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Rasterweiten (und warum wir im 120er drucken)

Wir drucken derzeit grundsätzlich im 120er-AM-Raster. Was steckt hinter dieser Zahl und warum haben wir uns für diese Rastertechnologie und -weite entschieden?

Eigentlich dachten wir immer, die Sache wäre klar. Nachdem wir aber von vielen Kunden gehört haben, dass die Existenz und Durchführbarkeit eines 120er-AM-Rasters vereinzelt sogar von Druckern geleugnet wird, geben wir nachfolgend einen kleinen Überblick über Rastertechnologien. Und wenn auch mit Ihnen ein werter Kollege über dieses Thema diskutieren will, verweisen Sie ihn einfach auf diesen Artikel. Oder besser noch: Zeigen Sie ihm ein Druckwerk aus unserem Hause und erfreuen Sie sich anschließend an den Tränen in seinen Augen.

Seit Anbeginn des Offsetdruckes war es ein Traum unseres Handwerks den Rasterpunkt, auf dem die ganze Technologie beruht, unsichtbar werden zu lassen und Auflösungen zu erreichen, die das Druckbild in die Nähe fotografischer Abzüge rücken.

Das Raster wird notwendig, da im Offsetdruck letztendlich aus wenigen – in der Regel vier – verschiedenen Farben ein millionenfach nuanciertes Farbspektrum gemischt wird. Dabei werden die unterschiedlichen Tonwertabstufungen durch verschieden große Farbpunkte (AM-Raster) oder durch eine unterschiedliche Streuung gleich großer Farbpunkte (FM-Raster) gesteuert. In der üblicherweise verwendeten Euroskala aus den Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) findet für jede der Farben ein Halbtonauszug statt. Werden die Farben übereinandergedruckt, mischen sie sich fürs Auge in Abhängigkeit von den ausbelichteten Rasterpunkten zu einem riesigen Farbspektrum.


Rastertechniken

Bei der Erstellung von Druckrastern gibt es verschiedene Verfahren. Diese sind komplexer als nachfolgend dargestellt, wir wollen aber einen möglichst einfachen Überblick zur Veranschaulichung des Grundprinzipes geben.

Autotypisches/Amplitudenmoduliertes Raster (AM-Raster)

Autotypisches/Amplitudenmoduliertes Raster (AM-Raster)

Beim autotypischen oder amplitudenmodulierten Raster wird die Fläche in eine feste Zahl von Rasterlinien aufgeteilt. Variationen von Helligkeit und Farbeindruck werden durch die Größe der regelmäßig angeordneten Farbpunkte simuliert. Über die Feinheit und Auflösung des Rasters bestimmt die Zahl der Linien auf einer bestimmten Fläche. Unsere Ausdrücke beziehen sich dabei auf die Einheit cm.

Theoretisch kann eine sehr große Anzahl von Linien/cm gedacht werden. In der Praxis haben sich aufgrund technischer Grenzen jedoch bestimmte Rasterauflösungen etabliert, abhängig vom zu bedruckenden Papier und der angestrebten Qualität. Im Zeitungsdruck waren dies z. B. 35–45 Linien/cm, bei normalem Vierfarbdruck waren es 60 Linien/cm und bei hochwertigen Bilder-/Kunstdrucksachen waren es 70–80 Linien/cm. Bei entsprechender Ausstattung waren auch höhere Auflösungen möglich, doch stand der Aufwand hierfür nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Ergebnis. Dies ergab sich zum einen aus der Präzision der Druckmaschinen, zum anderen daraus, dass die Belichtung der Druckplatten über zu viele verlustbehaftete Schritte vollzogen wurde, z. B. über den Zwischenschritt der Filmbelichtung, die dann auf die Druckplatte übertragen wurde. Das AM-Raster brachte dabei in den geringen Rasterauflösungen sichtbare Nachteile mit sich. Diese waren der sichtbare Rasterpunkt, sowie die Bildung von Moirée und Rosetten bei dem Übereinanderdrucken der verschiedenen Farben.

Die Wende kam erst mit der Computer-to-Plate-Technologie (CTP). Durch die direkte Belichtung von elektronischen Daten auf eine Druckplatte und die dabei extrem gesteigerte Präzision der Belichtungsmaschinen wurde eine praxistaugliche Ausbelichtung in hohen Rasterauflösungen ermöglicht, die 200 Linien/cm weit übersteigen kann. Die Einführung der CTP-Technologie führte auch zu einem sprunghaften Anstieg der Druckmaschinenqualität, da die Maschinen nun erweiterten Möglichkeiten gerecht werden mussten. Durch dieses Zusammenspiel in der qualitativen Entwicklung wurde es auch möglich, die für ein AM-Raster typischen Nachteile wie Moiré- und Rosettenbildung durch hohe Rasterauflösungen zu eliminieren. Weiterhin bieten die erhöhten Rasterauflösungen einen größeren darstellbaren Farbumfang und feinere Verläufe.

Frequenzmoduliertes Raster (FM-Raster)

Frequenzmoduliertes Raster (FM-Raster)

Das Funktionsprinzip des FM-Rasters wurde theoretisch in der universitären Forschung bereits in den 1960er Jahren erdacht. Die Praxistauglichkeit ergab sich aber erst durch das Aufkommen der CTP-Technologie und den Qualitätssprung bei den Druckmaschinen. Auch hier war die Realisation in der klassischen Film-zu-Platte-Belichtung monströs und unverhältnismäßig. Die Funktionsweise des FM-Rasters beruht ebenfalls auf der Unterteilung einer Fläche in Linien, es wird jedoch mit gleich großen Farbpunkten gearbeitet. Dabei wird für den entsprechenden Halbton eine Punktdichte ermittelt, die sehr kleinen Farbpunkte werden dann in zufälliger Streuung in die definierte Fläche gesetzt. Auch beim FM-Raster können verschiedene Auflösungen ausbelichtet werden.

Durch das Funktionsprinzip der zufälligen Streuung gleich großer Punkte erhält man allerdings schon bei geringen Auflösungen ein Druckbild ohne sichtbares Raster, Moiré- und Rosettenbildung. Die Stärke des FM-Rasters liegt eindeutig in der Darstellung von Fotografien. Durch die zufällige Streuung der Farbpunkte weist es in Flächen, Verläufen und in der Kantenschärfe von z. B. Schriften allerdings seine Schwächen durch „sichtbares Rauschen” auf. Diese wurden in der aktuellen Generation der FM-Raster-Technologien jedoch deutlich verbessert und in den nächsten Jahren können wir an dieser Stelle weitere Fortschritte erwarten.

XM-Raster
Das XM-Raster versucht die Vorteile von AM- und FM-Raster bei Ausblendung ihrer jeweiligen Nachteile zu vereinen, indem es in verschiedenen Partien entweder AM- oder FM-Raster ausbelichtet. Fotos werden dabei z. B. im FM-Raster ausgegeben, Flächen im AM-Raster. Diese Auswahl kann dabei vom Belichter manuell getroffen werden oder nach vordefinierten Algorithmen von der Belichtungssoftware.

Das XM-Raster stellt einen spannenden und folgerichtigen Ansatz dar. Es befindet sich jedoch noch in den Kinderschuhen und viele Lösungen können als experimentell bezeichnet werden. Wir beobachten die Entwicklung des XM-Rasters jedoch sehr interessiert.


Warum 120er-AM-Raster?

Wir haben uns derzeit für den Einsatz eines 120er-AM-Rasters entschieden, d. h. wir drucken mit autotypischem Raster in einer Auflösung von 120 Linien/cm. Nach ausführlichen Tests mit allen aktuellen Rastertechnologien haben wir uns hierzu aus verschiedenen Gründen entschlossen. Durch die Auflösung von 120 Linien/cm ist der Rasterpunkt für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar. Auch entfällt dabei die Moiré- und Rosettenbildung. Wir können von einer optimalen Druckqualität mit feinsten Verläufen und brillanten Farbabstufungen sprechen. Vor allem die erhöhte Farbstabilität ohne Rauschen in den Flächen und die Kantenschärfe bei Schriften sehen wir dem FM-Raster derzeit als überlegen an.

Höhere Auflösungen bis zu 240 Linien/cm könnten wir technisch zwar auch realiseren, beim 120er-AM-Raster sehen wir aber die optimale Verbindung von Qualität und Wirtschaftlichkeit. Höhere Auflösungen würden den Wartungsaufwand unserer Druckmaschinen dramatisch erhöhen. Der gewonnene Qualitätsvorteil wäre dann zwar messbar, mit bloßem Auge in der Regel aber nicht wahrnehmbar. Mit dem 120er-AM-Raster können wir Ihnen unsere Drucksachen somit zu einem Preis anbieten, den viele andere Mitbewerber bereits bei einem 70er-Raster aufrufen.

Konsequente Umsetzung
Wir haben das 120er-AM-Raster konsequent und vollständig in unsere Druckprozesse integriert. D. h., wir produzieren alle unsere Druckerzeugnisse mit dieser Auflösung. Dies bezieht sich auch auf Naturpapiere. Durch diese Prozessoptimierung können wir auch auf problematischen Trägermaterialien die Qualitätsvorteile der hohen Auflösung realisieren. Hier sei Matthias Hake, unser Geschäftsführer und Meisterdrucker, in seiner unvergleichlich charmanten Art zitiert: „Wir bedrucken selbst Klopapier im 120er und haben nicht das Gefühl, dass Kot darauf erscheint.”

Vorteile
Nun haben Sie ausführlich erfahren, warum wir uns für das 120er-AM-Raster entschieden haben. Doch was bedeutet dies für Sie als Kunde und Gestalter neben einer fantastischen Druckqualität denn noch? Zwei Sachen merken wir zusätzlich an:

Wir meinen, dass ein feines Raster die Gestaltung entfesselt. Bei groben Rastern konnten Sie z. B. kaum farbige Schrift in kleinen Punktgrößen einsetzen, da der Rasterpunkt sichtbar war und eine solche Schrift unlesbar machte. Dies ist z. B. bei unserem 120er-AM-Raster Vergangenheit: Selbst kleinste Schrift in relativ hellen Farbtönen ist gestochen scharf und lesbar. Das Gleiche gilt für den Einsatz feinster farbiger Linien.

Aus demselben Grund wie beim groben Raster wurden in der Vergangenheit oftmals Sonderfarben wie Pantone und HKS eingesetzt, um geschlossene Flächen zu erzielen. Diese können bei uns mehrheitlich im normalen Vierfarbdruck realisiert werden, was Kostenvorteile mit sich bringt. Ausnahmen stellen lediglich besonders leuchtende Farben wie z. B. Neonfarben oder metallische Farben dar, diese bilden im Spektrum der Sonderfarben allerdings die Minderheit.


Ausblick

Unsere Ausführungen stellen unseren derzeitigen Standpunkt dar. Wir weisen darauf hin, dass wir die aktuellen technischen Entwicklungen genau beobachten und neue Lösungen regelmäßig in unserem Hause austesten. Soweit wir dabei Entdeckungen machen, die unsere Produktionsqualität erhöhen können, werden diese in unsere Produktionsprozesse integriert.


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gutenberg beuys feindruckerei
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Willkommen in der Feindruckerei

Alles aus Liebe. Auch wenn es brennt. Mit diesem Motto begeben wir uns als Druckerei in Hannover täglich an unsere Arbeit und stellen dabei mit vollem Einsatz feinste Druckerzeugnisse her. Die Liebe zu unserem Beruf ist Grundlage für die Perfektion, mit der wir ihn ausüben. Was wir besonders lieben, ist der Glanz in den Augen unserer Kunden, wenn sie ein frisches Druckwerk in den Händen halten. Und weil wir diesen Glanz auch in Ihren Augen sehen wollen, sollten Sie sich schleunigst mit uns in Verbindung setzen.


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