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Aus unserem Kalender 2009 Der letzte Bissen - 13 Aspekte der Henkersmahlzeit garniert mit schmackhaften Rezepten.
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Das Phänomen Geld

Das Phänomen Geld
Text zum Monat Februar 2016 unseres Kalenders „Der schöne Schein“


Wenn ich einmal reich wär


Geld verdirbt den Charakter. Unabhängig davon, ob man welches hat oder nicht. Kaum etwas anderes auf der Welt wird so absolut und unerbittlich verantwortlich für Missstände der menschlichen Seele gemacht wie Geld.

Geld steht am Pranger für nahezu alle menschlichen Schwächen, die den Geist vergiften. Es weckt Gier, Neid und Missgunst – selbst unter den besten Freunden. Diejenigen, die nach Geld streben, sind einsam, kaltblütig und rücksichtslos – angeblich. Für Geld geht man über Leichen und vergisst jeglichen Skrupel – heißt es. Ebenso kennt Geld vermeintlich kein Pardon und lässt sämtliche Gefühle zu Eis gefrieren. Und selbst wenn man so viel Geld hätte, dass man es niemals zu Lebzeiten ausgeben könnte, ist man von Raffgier und Habsucht besessen – von mehr, mehr und noch mehr Geld.

Die Schattenseiten des Geldes machen selbst vor der Liebe nicht halt. Wenn Geld im Spiel ist, gelten Beziehungen schnell als gekauft und Zuneigungen als vorgetäuscht. Die einzige Wertschätzung widmet der weniger wohlhabende Teil dem Kontostand des Partners – munkelt man. Haben beide gleich viel auf der hohen Kante ist sofort von Vernunftsverbindungen oder lukrativen Arrangements die Rede. Geld macht zudem sexy, jedenfalls im trüben Licht, und verzichtet allzu gerne auf die berühmten inneren Werte. Mit entsprechend viel Asche im Rücken verwandelt sich Zwerg Nase in Superman und aus dem größten Arschloch wird Everybodys’s Darling. Wer dagegen auf menschliche Verbundenheit verzichtet, dem wird der Wohlstand als Ersatzbefriedung durch das Scheffeln von Geld nachgesagt.

Finanzieller Reichtum bedeutet Luxus pur. Alle Wünsche, alle Träume werden erfüllt – weil alles käuflich ist: Privatjets mit einem Verbrauch von 2.000 l Kerosin die Stunde, ein Fuhrpark voller Nobelkarossen, Immobilien in Toplagen wie die Villa in Saint-Tropez, das Penthouse in Manhattan, das Chalet in den Weinbergen Südfrankreichs, die 80 m Luxusyacht, der extrem lange Hauch von Tiffany in der Schmuckschatulle bzw. im hauseigenen Stahltresor, die Bediensteten für alle Lebenslagen, die jeden Wunsch von den Lippen ablesen – eben ein Leben in Saus und Braus. Das aber irgendwie schon ziemlich abgenutzt wirkt, weil das Schwelgen in Glanz & Gloria mittlerweile eine recht gewöhnliche, weil öffentliche Erscheinung ist.

Der Luxuslack blättert jedoch noch weiter ab, wenn man sich die Frage nach der Moral eines solchen Reichtums stellt und als Antwort Dekadenz, Überheblichkeit und Verschwendungssucht erhält. Wenn beispielsweise der Burger vom Wagyū-Rind mit einem Glas Prickelwasser im Drei-Sterne-Restaurant den Gegenwert eines monatlichen Durchschnittseinkommen hat, wenn die Rolle Klopapier aus Papua-Nacktmullwolle für den von Komfort verwöhnten Hintern der Superreichen pro Blatt eine Summe verschlingt, mit der die Kaltmiete für eine 60 m2 Wohnung in einer deutschen Großstadt für einen Monat gedeckt ist. Oder wenn die Ausgaben für die Hundehalsbänder von Fiffi ein komplettes afrikanisches Dorf über Jahre hinweg gesund und ausreichend ernähren könnten, die Kosten für den Dogsitter, der sich 23,5 Stunden um die Viecher kümmert, nicht mitgerechnet.

Müssen denn tatsächlich selbst die sinnlosesten, unnützlichsten Dinge mit Gold überschüttet und Diamanten besetzt werden? Macht das 1,4 Mio. € teure Juwelendekor ein sonst technisch recht bescheidenes Handy wirklich zur edlen Extravaganz oder einfach nur zu einem Spielzeug eines Besitzers, dem in seiner Maßlosigkeit jeder Bezug zur Realität abhanden gekommen ist? Selbst Menschen, die von Herzen gönnen können, tun sich mit einer solchen, ignoranten Prunksucht schwer.

Während die einen verschwenden, was das Konto hergibt, halten die anderen jeden Pfennig zusammen. Weil Haben eben von Halten kommt. Ein weiterer, sehr unangenehmer Charakterzug in Verbindung mit Geld ist der Geiz. Der kann einfach nur auf übertriebener Sparsamkeit beruhen, aber auch zwanghaft und damit krankhaft sein. Der Geizhals, Geizkragen, Geizknochen, Knicker, Knauser, Pfennigfuchser, Raffke, Raffzahn oder Furzklemmer meidet unabhängig seiner wirtschaftlichen Lage das Geldausgeben wie der Teufel das Weihwasser. Bevor der zehnmal umgedrehte Cent den Besitzer wechselt, wird der Kaffeefilter zum dritten Mal benutzt, wiederholt der Schimmel von der Marmelade abgekratzt und mit den Hühnern ständig sowohl aufgestanden als auch zu Bett gegangen, um Strom zu sparen. Denn der Geizhals lebt nicht nur gerne auf Kosten anderer, sondern vor allem auf Kosten seines eigenen Lebensstandards. Dennoch kann man selbst dem unsympathischen Geiz etwas Positives abgewinnen: Nämlich durch Meisterwerke der Weltliteratur wie die Komödie „Der Geizige“ von Molière oder „Die Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens, in der der grantige Geizkragen Ebenezer Scrooge in der Weihnachtszeit von drei Geistern zur Großzügigkeit bekehrt wird. Unterschlagen werden darf ebenfalls nicht der aus der Feder von Carl Barks stammende kauzige Comic-Held Dagobert Duck, dem die $-Zeichen bei jedem ersparten Taler in den Augen stehen und der sein Seelenheil im tagtäglichen Bad in seinem bis oben hin gefüllten Geldspeichers findet.

Betrachtet man sämtliche dieser dem Geld angedichteten Charaktereigenschaften im Ganzen, fällt unvermeidlich die Nähe zu den sieben Todsünden auf:

Superbia: Hochmut (Eitelkeit, Stolz, Übermut )
Avaritia: Geiz (Habgier)
Luxuria: Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begierde)
Ira: Zorn (Wut, Rachsucht)
Gula: Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht)
Invidia: Neid (Eifersucht, Missgunst)
Acedia: Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens)

Aber einmal ganz ehrlich: Ist Geld wirklich aller Laster Anfang? Verdirbt Reichtum tatsächlich den Charakter? Könnte man nicht doch ganz freiwillig auf Geld verzichten? Fragen, die jeder für sich im stillen Kämmerlein beantworten soll. Mit dem verantwortungsvollen Umgang von Geld kann man jedenfalls viel Gutes tun und Positives bewirken – im Großen wie im Kleinen. Geld hat nämlich nicht nur etwas von den sieben Todsünden, sondern auch viel von den vier Kardinaltugenden:

Justitia: Gerechtigkeit
Fortitudo: Mut, Tapferkeit
Temperantia: Mäßigung
Sapientia: Weisheit, Klugheit

Die Liste der Wohltätigkeiten, die mit Geld möglich sind, ist beliebig lang: Davon können Schulen gebaut, in Not geratene Menschen unterstützt, Stiftungen gegründet, Katastrophen gelindert, Waisen ein Zuhause gegeben, der Hunger der Welt bekämpft, die Seuchen der Erde geheilt werden und vieles mehr.

Denn Geld zeigt sich gar nicht so selten von seiner großzügigen Sonnenseite. Wie zum Beispiel beim „Wunder von Braunschweig“, das im November 2011 wie ein Märchen begann. Seitdem wurden nämlich mehr als 260.000,- € an soziale und karikative Einrichtungen verteilt, sowie an Menschen, die unverschuldet in die Misere gekommen sind. Fein säuberlich in weiße Umschlägen verpackt, fanden die anonymen Spenden ihren Weg über die Fußmatte, den Türschlitz und Briefkasten zu ihren Empfängern. Hinweise, wer hinter dieser Freigiebigkeit steckt, gibt es bislang nicht – und muss es eigentlich auch nicht in Zukunft geben.

Geld bietet uns eine enorme Sicherheit und ermöglicht uns Handlungsfreiheit, aber nur in dem Rahmen, in dem es zur Verfügung steht. Eine ausreichende Menge Geld sorgt für einen vollen Magen, erlaubt eine vernünftige Bildung, lässt uns ruhiger schlafen und verschafft uns schließlich einen angenehmen Lebensabend. Kurzum: Geld brauchen wir zu unserer Zufriedenheit und zur Befriedigung unserer Bedürfnisse.

Da werden ganz schnell auch noch so tröstend gemeinte Floskeln wie „Gesundheit kann man nicht für Geld kaufen“ ad absurdum geführt. Ob mit Blick nach Übersee zur desolaten Gesundheitspolitik der Vereinigten Staaten, in der Money das Einzige ist, was im Kampf gegen Krankheiten zählt. Oder mit dem Kehren vor der eigenen Haustür, weil die Krankenkasse die Behandlung nicht zahlt, weil eine zweite ärztliche Meinung 500 km weiter eingeholt werden will, weil es viele alltagserleichternde Hilfsmittel nicht auf Rezept gibt und weil ein volles Konto ausreichend Zeit für die Rekonvaleszenz verschafft. Wie sagte Goethe doch so schön: „Ein gesunder Mensch ohne Geld ist halb krank“.

Und noch eine Weisheit aus Volkes Munde gehört auf den Prüfstand: Ist wahre Liebe wirklich nicht käuflich? Betrachtet man die reinen Betriebs- und Nebenkosten einer Saison d’Amour, dann kommt unter dem Strich recht schnell ein stattliches Sümmchen an Ausgaben heraus. Man investiert in neckische Unterwäsche und schmerzhafte Körperenthaarungspakete. Lässt die Kohle für heiße und kalte Getränke springen, weil man sich mehr erhofft. Spendiert die Kinokarten, weil es sich im Dunkeln gut munkeln lässt und bringt durch Imponiergehabe die Bedienung im Restaurant durch ein saftiges Trinkgeld zum Strahlen. Verpfändet dann irgendwann Leib und Seele, damit die Hochzeit der schönste Tag im Leben wird. Flitterwochen auf Hawaii oder den Malediven – scheiß drauf, was kostet die Welt … Bis man als Paar zum Schicksal der aktuellen Statistik wird und zu jenen traurigen 50 % zählt, bei denen das Projekt Ehe oder Zweisamkeit scheitert – Tendenz steigend. Dazu trägt das vorgelebte Verhalten im Umgang mit den Finanzen nicht unerheblich bei. Denn beide Seiten – er wie sie – beobachten, auch wenn es ungern zugegeben wird, ganz genau wie generös oder kniepig, wie großzügig oder sparsam das Gegenüber mit dem Geld umgeht. Ist das Aus der Gemeinsamkeit besiegelt, kann das richtig kostspielig werden. Wenn man sich bis auf Messers Schneide bekämpft. Um Omas Porzellan und Opas Uhr, um Haus und Hof, um Unterhalt und natürlich um die Kinder, soweit man es bis zum Nachwuchs geschafft hat.

Besinnen wir uns zum Schluss unserer Tugenden und ignorieren mal Scheidungskriege. Setzen stattdessen unsere ganze Hoffnung auf die Krönung der Schöpfung, auf unseren Nachwuchs. Der es leicht mit drei einfachen Worten schafft, uns wieder zu desillusionieren: „Ich will aber!“-Szenarien kennen selbst Kinderlose an der Kasse jedes Supermarktes zu Genüge. Aber es soll auch sie geben, die Kinder, die weder wollen noch fordern. Die dem Wettbewerb im Kindergarten, in der Schule und auf der Uni auch standhalten, ohne Marken tragen zu müssen. Die weder Mamas Taxi brauchen noch Interesse an Papas kostspieligen Hobbies haben – und umgekehrt. Hoffnungsträger, mit deren Geld vielleicht das „Wunder von Braunschweig“ zur Selbstverständlichkeit wird.

Zum Schein


Der Schweizer Franken, Währung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und des Fürstentums Liechtenstein wird in 100 Rappen unterteilt. Auch die italienische Exklave Campione d’Italia hat als amtliche Währung den Schweizer Franken und in Büsingen am Hoch-Rhein, der deutschen Exklave in der Schweiz, ist zwar der Euro die amtliche Währung, doch gehandelt wird meist mit dem Schweizer Franken.

Da der Hauptsitz vieler internationaler Sportverbände in der Schweiz liegt, werden Preisgelder in vielen Sportarten in Schweizer Franken ausgezahlt bzw. Geldbußen in Schweizer Franken verhängt.

Die zur Zeit in Umlauf befindliche, aktuell achte Banknotenserie wurde 1995 eingeführt und beinhaltet sechs Stückelungen (10 Fr, 20 Fr., 50 Fr., 100 Fr., 200 Fr. und 1000 Fr.), welche alle im farbenfrohen Hochformat mit jeweils einem Porträt auf der Vorderseite versehen sind. Um Fälschungen nahezu unmöglich zu machen, besitzen die aktuellen Scheine bis zu 18 unterschiedliche Sicherheitsmerkmale und gehören zu den fälschungssichersten Banknoten der Welt.

Die Einführung der neunten Serie war ursprünglich schon im Herbst 2010 eingeplant, wurde aber aufgrund unterschiedlichster Verzögerungen auf frühestens 2016 verschoben.

Der 1000 Franken Schein gehört neben dem 10 000 Singapur-Dollar und dem 10 000 Ringgit-Schein aus Brunai, das währungspolitisch Singapur angeschlossen ist (aktueller Umrechnungswert ca. 6500 Euro) zu den wertvollsten Banknoten der Welt. Und auch wenn man selten mit einem 1000 Franken Schein bezahlen kann, ja viele Geschäfte nehmen ihn aufgrund des Wertes gar nicht an, wird dieser immer beliebter. Dieses Phänomen erklären sich die Experten, insbesondere nach der abrupten Abkoppelung des Schweizer Franken von dem Euro als Möglichkeit der Wertaufbewahrung.


Foto: Gromovataya, Thinkstock


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