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Original oder Fälschung

Original oder Fälschung
Text zum Monat November 2015 unseres Kalenders „Der schöne Schein“


Die Geschichte des Falschgeldes


Wer Banknoten nachmacht oder verfälscht, oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.

Dieses Kleingedruckte stammt aus dem Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland und war zu DM-Zeiten lange auf jedem 50- und 100-Markschein als Warnhinweis zu finden. Was jedoch Ganoven unterschiedlichster Couleur nicht davon abhielt, sich ans Fälschen dieser Banknoten zu machen – mit mehr oder minder großem Erfolg.

Die Geschichte des Falschgeldes ist genauso alt wie die Geschichte des Geldes. Erste Funde von kopiertem Geld gehen bis auf 2.000 v. Chr. zurück. Zu jener Zeit waren Muscheln das offizielle Zahlungsmittel in China, die sich jedoch leicht aus Knochen, Steinen oder Jade nachmachen ließen.

Als im 11. Jahrhunderts das Papiergeld im Reich der Mitte immer stärker aufkam und damit auch die steigende Versuchung, sich mit Fälschungen unrechtmäßig zu bereichern, wurden die Banknoten von den ausgebenden Stellen zum Schutz mit einem Geheimzeichen versehen. Andere Länder griffen gleich zu ganz brachialen Mitteln. Im Iran des 13. Jahrhunderts wurde nicht nur derjenige, der sich beim Fälschen erwischen ließ, mit dem Tode bestraft, sondern die ganze Sippschaft gleich mit.

Europas mittelalterliche Wirtschaft – damals noch weit vom Papiergeld entfernt – litt ebenfalls unter den falschen Fuffzigern. Um der Geldfälscherplage Herr zu werden, griff mancher Herrscher zu drastischen Methoden. Wer zum Beispiel unter der Regentschaft des englischen Königs Heinrich I (1100 – 1135) überführt wurde, wie er Zinn in Silbermünzen beimischt, dem hackte man erst die rechte Hand und im Anschluss die Männlichkeit ab. Eine andere in dieser Epoche ebenfalls sehr gängige Bestrafung der Falschmünzer, war das Eintauchen in siedendes Wasser. Noch weit bis ins 18. Jahrhundert drohte jedem, der sich am Nachmachen oder Verfälschen von Banknoten und Münzen versuchte, ein unrühmliches Ende am Galgen oder Schafott.

Hinter der Herstellung von Falschgeld steht die offenkundige Absicht, über den wahren Wert zu täuschen. Man muss aber nicht meinen, dass hinter den krummen Geldfälschungsgeschäften ausschließlich die Interessen einzelner Personen oder krimineller Organisationen stehen. Nein: Geldfälschung ist auch ökonomische Kriegsführung, mit der ein verfeindetes Land bis zum Zusammenbruch geschwächt werden kann.

Berühmtestes Beispiel ist die „Operation Bernhard“, die als größte Geldfälscheraktion der Geschichte gilt. Vorrangiges Ziel der Nazi-Regierung war es dabei, mit enormen Mengen an ausländischen Währungen die Volkswirtschaft der gegnerischen Staaten zu überschwemmen, sie zu destabilisieren und im Erfolgsfall eine Inflation mit allen bekannten negativen Folgen auszulösen. Außerdem konnte das NS-Regime mit den Massen an Blüten seine eigene akute Devisennot beseitigen. Nicht dabei zu vergessen ist aber auch die persönliche Gier von ranghohen Beteiligten, die sich durch den Umtausch der Falsifikate in andere Währungen und Gold bereicherten.

Das Hauptaugenmerk bei der „Operation Bernhard“ lag auf der Währung des Erzfeinds Großbritannien. Untergebracht war die Fälscherwerkstatt in zwei Baracken des KZ Sachsenhausen, wo 144 jüdische Häftlinge zwischen 1942 und 1945 unter Zwang Falschgeld in Milliardenhöhe produzieren mussten. Die Fälschungen waren so perfekt, dass sie kaum vom Original zu unterscheiden waren. Bis auf ein kleines, aber dennoch wesentliches Detail. Um wie bereits gebrauchte Scheine auszusehen, mussten die druckfrischen Noten nach der Pressung noch weiter bearbeitet werden. Hierzu gehörte unter anderem, dass die Scheine mit einer Sicherheitsnadel zusammengeheftet wurden. – einer zu jener Zeit üblichen Methode, mehrere Scheine zu verwahren, wodurch auf den Scheinen kleine Einstiche sichtbar blieben. Die inhaftierten KZ-Häftlinge machten nichts anders als ihnen geheißen. Nur stachen sie, um die Pläne der Nazis zu hintertreiben, direkt in das Wappen der britischen Krone – was ein patriotischer Brite niemals tun würde.

Angeblich soll es in jüngster Vergangenheit einen ähnlichen Versuch gegeben haben. US-amerikanische Geheimdienste stießen im Jahr 1994 auf gefälschte 100-$-Noten, die von bisher nicht gekannter Qualität waren. Die Fälschungen waren perfekter als perfekt und wurden als „Superdollar“ eingestuft. Nach eingehenden Ermittlungen benannte die US-Regierung als Bösewicht Nordkorea. Das solle versucht haben, das Währungssystem der USA mit Falschgeld zu unterwandern und dabei gleichzeitig den eigenen Mangel an Devisen auszugleichen. Nordkorea bezeichnete den Verdacht natürlich laut protestierend als Unsinn und Ausdruck feindseliger westlicher Propaganda.

Zeit, an dieser Stelle mit einem weitverbreiteten Irrtum aufzuräumen: Die im Volksmund verwendeten Blüten sind nämlich gar kein Falschgeld. Per Definition bezeichnen Juristen und der Gesetzgeber Abbildungen von Geldscheinen, die ein- oder zweiseitig bedruckt und auf den ersten oder zweiten Blick leicht als unecht zu erkennen sind, als Blüten. Ihre Herstellung ist erlaubt, sie dürfen aber nicht als Zahlungsmittel verwendet werden. Die klassischsten und bekanntesten Blüten sind die Monopoly-Spielgeldscheine. Echtes Falschgeld (!) wird per Definition zum Zweck der Täuschung hergestellt und heißt deshalb im korrekten Amtsdeutsch Falschgeld.

Je nach Währung war es bis vor kurzem relativ einfach möglich, ohne großen Material- und Technikaufwand, Falschgeld zu produzieren. So brachte beispielsweise der deutsche Grafiker Günter Hopfinger in den 1970er Jahren gleich 80 gefälschte 1.000-DM-Scheine unters Volk, die er von Hand nachzeichnete. Angeblich soll er für die Herstellung eines einzigen Exemplars lediglich acht Stunden gebraucht haben. Eingebracht hat dem Falschgeld-Rembrandt die Angelegenheit vier Jahre Knast, ein Tatort-Drehbuch und die Verwendung seiner Exponate in der Ausstellung „Echt oder falsch“ im Leipziger Museum für Druckkunst.

Heute hängt die Messlatte für Falschgeld deutlich höher. Um diese zu überspringen, bedarf es so viel Know-how und Equipment, dass sich mit ehrlicher Arbeit wohl wesentlich schneller und einfacher Geld verdienen lässt. Allein die Banknoten des Euros sind mit schätzungsweise 50 verschiedenen Arten von Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Angefangen bei dem Papier, das eine besondere Haptik hat und als akustische Warnglocke funktioniert, weil echte Banknoten einfach „härter“ klingen. Weiter zu Wasserzeichen, die ins Licht gehalten sichtbar werden, und Hologrammen oder Kinegrammen, die als Echtheitszertifikate eingesetzt werden. Bei Hologrammen wirkt – vereinfacht gesagt – eine Abbildung dreidimensional, während bei einem Kinegramm durch einen Kippeffekt je nach Winkel der Betrachtung eine Art filmischer Ablauf erzeugt wird.

Ein anderes, kaum überwindbares Hindernis für Geldfälscher sind die sogenannten Durchsichtsfenster, die durch aufmerksamkeitsstarke Effekte den Geldschein schnell als echt erkennen lassen. Eine weitere, aber ebenso undurchdringliche Sicherheitsbarriere sind die Folienelemente, die durch ihr auffälliges, mit Spezialeffekten ausgestattetes Design auf Banknoten appliziert werden.

Damit sind wir aber noch lange nicht am Ende der Fahnenstange. Für diejenigen, die insgeheim doch manchmal ein klitzekleines Fünkchen krimineller Energie in sich tragen, sei gesagt: Finger weg! Lohnt sich nicht, wegen versteckter Lasercodes, maschinenlesbarer, elektrischer Leitfähigkeit, Optically Variable Ink, Mikroperforationen, mehrstufig modulierten Wasserzeichen, Infrarot absorbierender oder Infrarot transparenter Druckfarben, Polarisationsfilter, diffraktiver Oberflächenelemente, Colourshift-Effekte, magnetischer Kodierungssysteme, Fluoreszenz, Phosphoreszenz, demetallisierter Sicherheitsfäden, Magic-Moiré-Magnifier uvm. Denn merke: Falschgeld kann man sehen, fühlen und spüren. Geschulte Vierbeiner können es mit ihrer Spürnase sogar erschnüffeln.

Dennoch muss man sagen, dass nicht immer nur Hightech und ultramoderne Weltraummaterialien notwendig sind, um vor Falschgeld zu schützen. Eines der ältesten Verfahren wird heute noch als Sicherheitselement eingesetzt. Die Rede ist von der Guilloche, bei der aus mehreren ineinander verwickelten oder überlappenden Linienzügen ein unverwechselbares, einzigartiges Linienmuster kreiert und ganz herkömmlich gedruckt wird. Die komplexen, nur schwerlich nachzuahmenden Muster haben zudem einen schönen Nebeneffekt: Sie lassen kunstvolle und dekorative Ornamente entstehen, durch die Banknoten besonders edel wirken.

Tatsächlich sicher vor Fälschung waren aber in der Geschichte des Geldes bislang nur die Banknoten einer Währung. Nämlich die des tibetischen Tam, der von 1913 bis 1959 in Umlauf war. Die Geldscheine wurden zunächst von Hand oder mittels Holzdruckstöcken hergestellt, später aber auch gedruckt. Wirken die Tam-Scheine im Vergleich zu unseren auf höchst technischem Niveau produzierten Noten recht still und bescheiden, vielleicht sogar ein wenig befremdlich – so waren sie jedoch eines: absolut fälschungssicher. Denn alle herausgegebenen Banknoten trugen handgeschriebene Seriennummern, ausgeführt von Personen, die eine ganz spezielle, vieljährige Ausbildung in Kalligraphie, der Kunst des Schönschreibens, durchlaufen hatten. Somit waren sämtliche Nachahmungsversuche leicht anhand der laienhaften Schreibweise der Ziffern zu erkennen.

Zum Schein


Die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs einschließlich der Kanal-Inseln und der Isle of Man ist das Pfund Sterling (englisch: Pound). Heute wird das Geld nur noch als „Pfund“ oder „britische Pfund“ benannt.

Seit etwa 1.200 Jahren in Umlauf ist das Pfund die älteste noch in Gebrauch befindliche Währung der Welt. Es gilt nach dem US-Dollar und Euro und neben dem Yen als eine der wichtigsten, konvertiblen Währungen der Welt und wird von vielen Staaten als Währungsreserve gehalten.

Die Briten sind stolz auf ihre Währung, wodurch es auch nicht verwundert, dass sie dem Euro nicht beigetreten sind. Diese Ablehnung befürwortete auch die britische Partei „Official Monster Raving Loony Party“ (Offizielle Partei der rasenden verrückten Ungeheuer), die seit 1983 bei Unterhauswahlen antritt und mit skurrilen Kostümierungen sowie bizarren Parteiprogrammen auffällt. Die OMRLP ergänzte die Weigerung aber noch mit dem Aufruf an alle europäischen Staaten, dem Pfund beizutreten. Zudem fordert die Partei die Zuschüttung der britischen Seite des Eurotunnels, die Umschulung dummer Polizisten zu Geistlichen oder die Einführung einer 99-Pence-Münze zur Lösung dringlicher Wechselgeldprobleme. Wer hier Komik wittert, sei gewarnt: Frühere Forderungen der OMRLP sind bereits Realität: z. B. Abschaffung der Sperrstunde in Pubs oder Einführung von Pässen für Haustiere.


Foto: soup__studio, Thinkstock


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