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Ein Musikkalender für 2016/2017

Moneygami

Moneygami
Text zum Monat Oktober 2015 unseres Kalenders „Der schöne Schein“


Geldgeschenke


Mit kleinen Geschenken erhält man die Freundschaft. Größere erweitern jedoch das Sympathiekonto deutlich, vor allem dann, wenn sie aus Geldscheinen bestehen.

Geldgeschenke liegen im Trend – sowohl auf der Habenwollen- als auch der Gebenmüssenseite. Das war vor wenigen Jahrzehnten noch anders, galt das Schenken von Geld mit wenigen Ausnahmen als Tabu. Geldpräsente wurden als einfallslos angesehen und standen für das Desinteresse des Schenkenden, der nicht von Herzen, sondern einfach nur aus dem Geldbeutel schenkte. Auch wer sich lieber Geld statt anderes Gebimsel wünschte, war nicht besser dran und brachte mit dem simplen Wunsch vermeintlich nur die eigene Gier zum Ausdruck.

Heute wiederum steht Bargeld auf den Wunschzetteln unbestritten auf Platz Eins. Die klassischen Anlässe für Geldpräsente waren und sind Hochzeit, Taufe, Erstkommunion und Konfirmation. Hier soll mit Bargeschenken der Grundstein für neue Lebensabschnitte gelegt werden.

Neu ist, dass nun auch bei Geburts- und Namenstagen, zu bestandenen Prüfungen, Firmen- und Vereinsjubiläen, Weihnachten, Silber- und Goldhochzeiten Umschläge voller Geld hin- und hergeschoben werden. Doch nicht nur freudige Anlässe werden vom Geldsegen begleitet. Da heute noch nicht einmal der Tod umsonst ist, werden auch Beileidsbekundungen immer häufiger Geldscheine beigefügt, um beispielsweise die Grabpflege zu sichern oder um im Sinne des Verstorbenen mit dem Geld etwas Gutes und Karitatives zu tun.

Eigentlich sollte der Akt des Schenkens Ausdruck altruistischen Handelns sein. Die Selbstlosigkeit und Uneigennützigkeit hört jedoch gerade beim Verschenken von Geld allzu oft auf und wird sowohl beim Schenkenden wie auch beim Beschenkten zu einer sozialen Verpflichtung, bei der viel Takt- und Fingerspitzengefühl notwendig ist, um nicht in Verlegenheit zu geraten.

Den „Geldgeber“ quält beispielsweise die Frage nach der angemessenen Höhe seines Geldpräsents: Zu viel und er bringt den Gastgeber in Verlegenheit; zu wenig und er gilt als knickeriger Geizhals. Der Beschenkte fühlt sich dagegen gemäß der Etikette zur Dankbarkeit verpflichtet, ob er will oder nicht. Und natürlich muss jedes Geldgeschenk mindestens mit einem gleichwertigen, wenn nicht sogar höherem beantwortet werden. Da sind peinliche Dramen in der Familie und im Freundes- und Bekanntenkreis in der Regel vorprogrammiert.

Der fade Beigeschmack der Einfallslosigkeit bei Geldgeschenken wird oft durch kunstvolles Knicken und dekoratives Falten bekämpft. So wird der günstige Ficus Benjamini aus dem Baumarkt zum wertvollen Geldbäumchen verziert. Das Wetterglas mit Leiter beherbergt eine ganze Krötenplage aus Geldscheinen. Es werden Herzen, Sterne, Schmetterlinge, Fische, Schildkröten, aber auch Hemden und Hosen aus Geld gebastelt, um vom schnöden Mammon abzulenken. Das Falten von Geldscheinen heißt Neudeutsch Moneygami, in Anlehnung an die japanische Papierfaltkunst Origami, und setzt der Phantasie keine Grenzen – höchstens der Fingerfertigkeit.

Ein nicht zu unterschätzender Beweggrund für ein – möglichst sehr großes – Geldgeschenk, ist der Fiskus. Um die lästige Erbschaftssteuer zu umgehen, übertragen Eltern oder Großeltern bereits zu Lebzeiten vorhandenes Vermögen an den Nachwuchs. Und das manchmal in schwindelerregender Höhe. Denn die Schenkungssteuer fällt in der Regel erst ab einer bestimmten Höhe an und ist abhängig vom Verwandtschaftsgrad. Stand 2013 dürfen Mama und Papa ihren Sprösslingen alle zehn Jahre jeweils 400.000,- € steuerfrei zukommen lassen. Es gilt: Je dicker das Blut und enger die Verwandtschaft, desto höher der Freibetrag.

Weit weniger bis gar nichts hat dagegen eine nicht ganz so vermögende Bevölkerungsgruppe von Geldgeschenken. Bei Personen, die Hilfen zum Lebensunterhalt und zur Grundsicherung nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch erhalten, wird von Amtsseite auf die Angemessenheit von Geschenken, ganz gleich ob Sach- oder Geldleistung, geachtet. Bis 2011 wurden Schenkungen sogar bei Empfängern von Arbeitslosengeld II grundsätzlich zunächst erst einmal als Einkommen betrachtet und führten ab einer Höhe von 50.- € sofort zur Leistungskürzung. Seit 2011 sind Geldgeschenke insoweit möglich, als dass sie das „übliche“ Maß nicht überschreiten dürfen. Wie hoch das übliche Maß jedoch ist, wird offen gelassen und liegt meistens im Ermessensspielraum der Sachbearbeiter.

Lediglich bei besonderen Anlässen wie Kommunion oder Konfirmation gibt es eine konkrete Obergrenze in Höhe von 3.100,- €. Wandern zu anderen Gelegenheiten trotzdem größere Geldgeschenke über den Tisch, müssen diese für außergewöhnliche Aufwendungen wie zum Beispiel für Finanzierung eines Führerscheins bestimmt sein. Ansonsten steht Kindern unter 18 Jahren eine anrechnungsfreie monatliche Zuwendung in Höhe von 10,- € zu. Erwachsene ohne sonstige Einnahmen dürfen je Monat Geldgeschenke im Wert von 30,- € entgegennehmen.

Aber nochmal zurück zu den kleinen Geschenken, die angeblich die Freundschaft erhalten. Weil diese „kleinen“ Geschenke oft ganz speziell sind und heute leider immer noch häufig missbraucht werden. Die Rede ist vom Schmiergeld, durch das sich der „Schmierende“ einen materiellen oder immateriellen Vorteil, der vom „Geschmierten“ durch seine Entscheidung oder sein Handeln beeinflusst wird, erhofft.

Obwohl in der Bevölkerung oft toleriert und verharmlost, sind Korruption, Bestechung und Bestechlichkeit keine Bagatellen. Wer in Deutschland Schmiergelder verteilt oder annimmt, muss mit saftigen Strafen rechnen, die bis zu mehrjährigem Freiheitsentzug gehen können.

Wirklich legal war Schmiergeld Anfang des 18. Jahrhunderts. Da musste jeder Reisende in einer Postkutsche eine Gebühr für das Schmierfett der Achsen entrichten. Ohne entsprechende Schmierstoffe fraßen sich die Räder der Kutsche fest. Deshalb wurden die Achsen an jeder Poststation gewartet und entsprechend geschmiert und es wurde Schmiergeld fällig.

Ebenso wie Schmiergeld ist auch die Geldwäsche strafbar. Die Geldwäsche dient dem Zweck, die Herkunft von illegalen Geldern zur verschleiern. Der Begriff stammt aus den Vereinigten Staaten der 1920er und 1930er Jahre, als die ersten Waschsalons ihren Betrieb aufnahmen. Kriminelle Gruppen investierten die Bargeldeinkünfte aus unterschiedlichsten Verbrechen in sog. „laundromats“, weil deren Umsätze kaum zu kontrollieren waren. Sie gaben dem Staat überhöhte Gewinne an und mussten dann nur noch die Waschmaschinen im leeren Zustand laufen lassen, um den Strom- und Wasserverbrauch dem Gewinn anzupassen.

Zum Schein


Kaum eine Währung wird für so viele Probleme verantwortlich gemacht wie der Euro. Dabei sehen die extrem auf Fälschungssicherheit bedachten Scheine solide, bodenständig und harmlos aus. Dies ist nicht zuletzt der Motivwahl zu verdanken:

Mit architektonischen Elementen unterschiedlicher Epochen soll der Beginn eines neuen, vereinten Europas mit gemeinsamem kulturellen Erbe und einer gemeinsamen Zukunft symbolisiert werden. Auf den Vorderseiten stehen Tore und Fenster für Offenheit und Zusammenarbeit. Auf den Rückseiten sollen Brücken ein Signal für die Einheit und Verbundenheit zwischen den Völkern Europas sowie zwischen Europa und der restlichen Welt setzen.

Um mögliche Befindlichkeiten zwischen den Euro-Ländern zu umgehen, wurden jedoch nicht – wie sonst auf Geldscheinen anderer Währungen üblich – Abbildungen real existierender Architektur gewählt, sondern Phantasiekonstruktionen. Damit haben die Gestalter des Euro die Rechnung aber ohne den niederländischen Grafik-Designer Robin Spam gemacht: Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, alle sieben Euro-Brücken nachzubauen. Drei hat er schon realisiert, und zwar in Spijkenisse in der Nähe von Rotterdam.

Hier wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zur Überquerung zahlreicher Grachten benötigte ein Wohnpark sowieso Brücken und durch den Nachbau der Euro-Brücken ist dieser auch noch zu einer ungewöhnlichen Sehenswürdigkeit geworden. Fertiggestellt wurden bislang die klassizistische 5-Euro-Brücke, die romanische 10-Euro-Brücke und die 50-Euro-Brücke in Renaissance-Architektur.


Foto: g-stockstudio, Thinkstock


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