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Für Geld und gute Worte

Für Geld und gute Worte
Text zum Monat Juli 2015 unseres Kalenders „Der schöne Schein“


Für Geld und gute Worte


Sie sind in aller Munde – jene kleinen, klugen Alltagsweisheiten, die mit Wortwitz und Ironie unseren Sprachschatz bereichern. Der Sprachwissenschaftler spricht von festen Wortverbindungen als Phraseologismus oder Idiom; der Ottonormalverbraucher kennt sie als Redewendungen, die kurz & knapp Situationen charakterisieren, Ratschläge erteilen oder Spott versprühen. Was aber im Detail hinter dem Groschen steckt, der gerade gefallen ist, warum eine Milchmädchenrechnung aufgemacht wird und wieso das Geld auf der hohen Kante liegt, ist kaum bekannt.

Geld stinkt nicht
Oder: Pecunia non olet wie der geübte Lateiner zu sagen pflegt. Entstanden ist dieses Sprichwort im antiken Rom und wird Kaiser Vespasian zugeschrieben. Dieser schaffte es während seiner Amtszeit von 69 bis 79 n. Chr., den desolaten Staatshaushalt seines Amtsvorgängers Nero mit einer ausgeklügelten Finanzpolitik auszugleichen. Unter seiner Regentschaft gab es nicht nur üppige Steuererhöhungen, sondern auch völlig neue Steuern, mit denen sich die Staatskasse füllte: wie beispielsweise mit der auf Nutzung öffentlicher Latrinen. Urin war damals ein prima Hilfsstoff für die Lederverarbeitung, weshalb die flüssigen Hinterlassenschaften in den sanitären Einrichtungen von Gerbereien und Wäschereien in Amphoren gesammelt wurden. Auf die Kritik seiner Söhne, die Notdurft in Bedürfnisanstalten zu besteuern, reagierte Vespasian, indem er ihnen die ersten Steuereinnahmen unter die Nase rieb und nach dem Geruch des Geldes fragte – eben mit dem Ergebnis, dass Geld keinen unangenehmen Geruch hat.
Mit seiner Wirtschaftspolitik hat sich Vespasian noch weit über seinen Tod hinaus einen Namen gemacht. Denn auch heute noch heißen öffentliche Toiletten in Italien „Vespasiani“.

Der Falsche 50er
Es ist nicht wirklich ein Kompliment, wenn man so bezeichnet wird. Ist der falsche Fuffziger doch Synonym für Lügner, Betrüger, Scheinheilige, Blender – kurzum für die Unsympathen vom Dienst, denen keiner über den Weg traut. Laut dem Duden-Wörterbuch für deutsche Idiomatik leitet sich diese Redewendung von gefälschten Fünfzigpfennigstücken ab. Andere Quellen verweisen auf eine Geldfälscherbande, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Berlin mit gefälschten 50-Taler-Scheinen systematisch und äußerst erfolgreich ihr Unwesen trieb. Auch Österreich hatte so seine Probleme mit dem falschen Fünfziger, der in diesem Fall ein Fünfziggroschenstück aus dem Jahr 1934 war. Dessen Aussehen und Größe kamen dem Schilling so frappierend nahe, dass es häufig zu Verwechslungen der beiden Münzen kam. Da dies gerne im schummrigen Licht der Wirtshäuser mit entsprechend viel Alkohol intus geschah, hatte der Groschen schnell den Spitznamen Nachtschilling weg.

Geld zum Fenster hinauswerfen
Wie Geld sinnlos verschwendet, verprasst und vergeudet wird, lässt sich jedes Jahr kopfschüttelnd im Schwarzbuch der Steuerzahler nachlesen. Und in Steuergeldern soll auch dieses Idiom ihren Ursprung haben. Im mittelalterlichen Regensburg war es üblich, dem Kaiser auf dem Rathausplatz zu huldigen. Der zeigte sich so dann und wann seinen Untertanen aus einem Fenster und warf von dort aus Münzen für die Armen ins Volk. Da es sich bei dem in dieser vermeintlich generösen Geste verteilten Geld um zuvor nicht zwingend zimperlich eingetriebene Steuern der Bürger handelte, lag auf der Hand, vom aus dem Fenster herausgeworfenen Geld zu sprechen.

Geld auf den Kopf hauen
Man muss das Geld nicht aus dem Fenster werfen, man kann es genauso gut auf den Kopf hauen. Der Hintergrund dieser geflügelten Bezeichnung für den leichtfertigen und verschwenderischen Umgang mit Geld liegt in Zeiten, in denen überwiegend mit Münzen gezahlt wurde. Auf deren Vorderseite, dem Avers, waren in der Regel Porträts der zu jener Zeit herrschenden Monarchen abgebildet, während die Kehrseite, der Revers, den Wert der Münze angab. Da es beim Bezahlen üblich war, die Münzen immer mit dem Wert nach oben auf den Ladentisch zu legen, befand sich das Portrait – der Kopf – also automatisch unten.

Der Groschen ist gefallen
Diese Redensart ist noch gar nicht so alt und bezieht sich auf das Zehn-Pfennigstück aus DM-Zeiten, das Groschen hieß. Mit Groschen ließen sich während des Wirtschaftswunders etliche Automaten füttern, die ihre Ware nur gegen Geld freigaben. Der mechanische Vorgang des Fallens der Münze bis zur Herausgabe des gewünschten Artikels wurde zum Synonym verlangsamter Denkprozesse, bei denen der Aha-Effekt erst mit einer gewissen Zeitverzögerung eintritt.

Geld auf die hohe Kante legen
Als hohe Kante wird ein Platz im Baldachin von Betten bezeichnet, an dem früher gut betuchte Menschen ihr erspartes Geld versteckten. Meistens wurde eigens für diesen Zweck im Balken des Betthimmels ein Geheimfach eingebaut. Auch wenn Betten mit Baldachinen aus der und Tresore in die Mode gekommen sind, bleibt uns die hohe Kante als Sinnbild fürs Sparen erhalten.

Eine Milchmädchenrechnung aufmachen
Diese Redensart geht auf eine Fabel von Jean de La Fontaine zurück. In „Das Milchmädchen und der Milchtopf“ soll die Magd Perette einen Topf mit Milch zum Markt bringen. Unterwegs überlegt sie, was sich mit dem Erlös so machen ließe: man könnte zunächst ein Huhn kaufen, von dessen Eiern dann ein Schwein erwerben, dessen Wurst wiederum Kapital für eine Kuh wäre.
Während Perette rechnet und rechnet, achtet sie nicht auf den Weg, stolpert, und lässt den Topf mit der Milch fallen. Mit der versickernden Milch schwindet auch ihr Berechnungsfundament. Letztendlich fehlt einer Milchmädchenrechnung die realistische Grundlage, sie entbehrt oft der Logik oder hat fehlerhafte Glieder in der Gedankenkette.

Fersengeld geben
Ein Erklärungsansatz für diese Redensart, die sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, bezieht sich auf ein alemannisches Gesetz, nach dem jeder Soldat, der seine Mitkämpfer in Gefahr verließ und in Lebensgefahr brachte, ein Strafgeld zahlen musste. Wer also vom Schlachtfeld flüchtete, nur noch von hinten zu sehen war und damit dem Feind seine Fersen zeigte, wurde nicht nur mit Schimpf und Schande belegt, sondern zusätzlich auch mit einer saftigen Geldstrafe.

Geld macht nicht glücklich
Eine Redewendung, die eigentlich keinerlei Erläuterungen bedarf. Die aber dann wiederum durch wechselnde Wortspiele oft so verändert wird, dass sich ein neuer Sinn ergibt. So entkräftet ein zusätzliches „allein“ die ursprüngliche Aussage bereits ungemein. Der legendäre Colombo-Darsteller Peter Falk fand dagegen, dass Geld allein nicht unglücklich mache. Der Publizist und Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki setzte sich ebenfalls mit Heilseigenschaften des Geldes auseinander und fand: „Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser im Taxi zu weinen als in der Straßenbahn.“ Der US-amerikanische Entertainer Danny Kaye gab sich dagegen bescheiden – sein Credo lautete: „Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch Aktien, Gold und Immobilien dazu.“

Noch mehr gute Worte
An das große Geld kommen • An seinem Geld kleben • Auf seinem Geld sitzen • Auf‘s Geld pfeifen • Aus etwas Geld machen • Aus etwas Geld schlagen • Bares Geld • Das Geld zusammenhalten • Das große Geld machen • Den Geldhahn abdrehen • Der Rubel rollt • Dickes Geld • Ein paar Kröten locker machen • Ein Schweinegeld kosten • Eine schöne Stange Geld • Etwas für bare Münze nehmen • Etwas mit gleicher Münze heimzahlen • Geld flüssigmachen • Geld liegt (nicht) auf der Straße • Geld scheffeln • Geld spielt keine Rolle • Geld unter die Leute bringen • Geld waschen • Geld wie Heu haben • Großes Geld • Heißes Geld • In Geld fast ersticken • In Geld schwimmen • Ins Geld gehen • Jemandem rinnt das Geld durch die Finger • Jemanden das Geld aus der Tasche ziehen • Keinen roten Heller wert sein • Nach Geld stinken • Nicht mit Geld zu bezahlen • Sauer verdientes Geld • Schmutziges Geld • Schnelles Geld • Schwarzgeld • Sein Geld spielen lassen • Sein Geld wert sein • Viel Geld in die Hand nehmen • Wenn es ums Geld geht, hört die Freundschaft auf

Zum Schein


Der US-Dollar (United States Dollar, USD, $), das offizielle Währungsmittel der Vereinigten Staaten, wird auch in einigen anderen Ländern als amtliches und gesetzliches Zahlungsmittel eingesetzt oder gilt als inoffizielle Neben- oder Zweitwährung.

Er findet weltweit als Leit-, Transaktions- und Reservewährung Verwendung und ist mit einem Anteil von über 50 % der internationalen Finanztransaktionen die meist gehandelte
Währung der Welt.

Eine genaue Erklärung, warum die Rückseiten der USA-Banknoten mit grüner Tinte gedruckt wurden, gibt es nicht. Bekannt ist aber, dass 1929 grüner Farbstoff in großen Mengen zur Verfügung stand und relativ resistent gegen chemische und physikalische Veränderungen war. Aufgrund seiner Farbgebung wird der Dollar umgangssprachlich auch „Greenback“ genannt.

Keine Verschwörungstheorie ohne Dollar. Unzähligen Drehbuchautoren, Schriftsteller und sonstige Phantasten finden auf dem Ein-Dollar-Schein Stoff für ein Sammelsurium an wie auch immer gearteten Weltherrschaftshinweisen.


Foto: Ysbrand Cosijn, Thinkstock


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