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Aus unserem Kalender 2009 Der letzte Bissen - 13 Aspekte der Henkersmahlzeit garniert mit schmackhaften Rezepten.
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Da hört der Spaß auf

Da hört der Spaß auf
Text zum Monat Juni 2015 unseres Kalenders „Der schöne Schein“


Da hört der Spaß auf


Insider sprechen vom geheimsten Gewerbe der Welt. Die Rede ist von der Papiergeldproduktion, die ein Bankgeheimnis der ganz besonderen Art ist: Was Detailinformationen zum Herstellungsprozess der Geldscheine betrifft, halten sich alle verantwortlichen Stellen verständlicherweise sehr bedeckt. Ein Blick hinter die Kulissen des Gelddruckens ist nur wenigen gegönnt und das auch nur nach einem peinlich genauen Sicherheitscheck.

Wie viele Euro-Banknoten jährlich neu gedruckt werden, ist unter anderem abhängig von der Menge, die aufgrund von Beschädigungen oder Verschleiß aus dem Umlauf genommen werden. Das geschieht bei Euro-Noten mit niedrigem Nennwert auf Grund der hohen Nutzung bereits nach ein, maximal zwei Jahren Lebensdauer.

Das Produktionsvolumen legen die nationalen Zentralbanken in Absprache mit der Europäischen Zentralbank fest. Gedruckt wird die benötigte Menge in Hochsicherheitsdruckereien an 16 verschiedenen Standorten.

Die für den Druck der Banknoten benötigten Farben stammen von Speziallieferanten und sind nach einer Geheimrezeptur zusammengemischt. Die Farbe des 20-€-Scheins besteht zum Beispiel aus einer Mixtur von Magenta, Grün und Blau, wobei die Anteile der einzelnen Farbkomponenten bis auf das Milligramm genau abgewogen ist.

Um das Papier herrscht ebenfalls große Geheimniskrämerei. Viel Wissenswertes wird über die Blanko-Papierbogen, die beim Druck der Euro-Noten verwendet werden, nicht preisgegeben. Bekannt ist lediglich, dass diese Blanko-Bogen aus einer Mischung reiner Baumwollfasern und verschiedenen Klebstoffen bestehen und bereits vor dem Druck mit bestimmten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet werden. Auch muss das Papier bei konstanten 23 °C und 55 % Luftfeuchtigkeit gelagert werden, um ein optimales Druckergebnis zu erzielen.

Jede der 16 Euro-Noten-Druckereien gleicht einem Hochsicherheitstrakt und wird von außen wie von innen bis in jeden Winkel überwacht. Bis zu 7.500 Bogen können dort pro Stunde bedruckt werden. Dabei werden unterschiedliche Druckverfahren verwendet, um die Banknoten anzufertigen: Durch Offsetdruck werden Hintergrundmuster gleichzeitig auf Vorder- und Rückseite der Banknoten gebracht; per Siebdruck wird den Scheinen die richtige Farbe verliehen; per Stichtiefdruck werden die erhabenen und ertastbaren Elemente gedruckt; mit Heißprägeverfahren werden zudem weitere Sicherheitsmerkmale wie Holo- bzw. Kiengramme hinzugefügt. Und am Ende des Herstellungsprozesses wird jede Banknote mit einer eigenen, individuellen Seriennummer gekennzeichnet – diese wird fortlaufend, also nur ein einziges Mal vergeben, und weist auf den Produktionsort der Banknote hin.

Oberstes Gebot bei diesen wertvollen Drucksachen ist die Qualitätskontrolle. Während der gesamten Produktion durchlaufen alle Bogen eine Vielzahl automatischer und manueller Prüfungen, um einen einheitlichen Standard der Banknoten über die verschiedenen Druckereien hinweg zu gewährleisten.

Bis zur vollständigen Trocknung stehen die frisch gedruckten Banknoten unter Verschluss in einem belüfteten Spezialstahlcontainer. Den verriegeln zwei Sicherheitskräfte unabhängig voneinander mit Spezialschlössern. Gelagert werden diese Container wiederum in unterirdischen Tresoren, zu denen kein menschliches Wesen mehr Zugang hat. Die Verlockung, doch einfach mal zuzugreifen, ist nämlich groß wie ein Fall aus der Schweiz zeigt. Dort bekamen im Herbst 2012 Mitarbeiter einer Hochsicherheitsdruckerei lange Finger und entwendeten 18 Tausend-Franken-Noten. Großartig anfangen konnten die Ganoven jedoch nichts mit ihrer Beute, denn zu deren Pech war der Produktionsprozess zum Zeitpunkt des Diebstahls nicht abgeschlossen – es fehlten noch die Seriennummern.

Nach dem Druck übernehmen dann Roboter und vollautomatisierte Maschinen die restlichen Aufgaben im Fertigungsprozess der Euros. Für den Zuschnitt werden die Geldscheinbogen noch einmal aufgelockert, dann Millimeter genau übereinander gelegt und schließlich auf die jeweilige Größe der Stückelung zugeschnitten. Bis zu drei Millionen Scheine werden so am Tag bearbeitet.
Bevor die Euro-Scheine aus dem Sicherheitstrakt den Weg in die Freiheit finden, werden sie abschließend von einer Hochgeschwindigkeitskamera kontrolliert. Bei jedem noch so kleinen Makel oder Fehler werden die Scheine aussortiert und zerschreddert.

Das gleiche Schicksal erleiden auch die Banknoten, die aufgrund von Beschädigungen und/oder Verschmutzungen aus dem Verkehr gezogen werden. Alles, was an Geldscheinen nicht mehr der Norm entspricht, wird von den Geldinstituten aussortiert und an die jeweiligen nationalen Zentralbanken zurückgegeben. Dort finden die Scheine bei höchster Sicherheitsstufe ihr Ende im Schredder als 1,5 mm x 15 mm große Streifen. Zusammengepresst zu Pellets mit einem Durchmesser von 6,5 cm werden sie verbrannt oder z. B. zur Lärmbekämpfung in Schallschutzwänden verbaut. Oder einfach wieder zu Geld gemacht: Papiergeldbriketts mit einem Gewicht von 1 bis 2 Kilogramm bestehend aus Schnipseln im Wert von ehemals bis zu einer halben Millionen Euro sind im Handel frei erhältlich und kosten um die 25,- €.

Was aber geschieht mit Geldscheinen, die unabsichtlich zerstört oder entwertet wurden? Mit denen, die in der Buntwäsche und 40 °C in der Waschmaschine landen. Oder denen, die Dank umgeworfenem Kaffee, Kakao oder Tee aufgeweicht und unlesbar sind? Und denen, die der beste Freund des Menschen trotz „Böse!“ und „Aus!“-Befehle ungezogener Weise bis zur Unkenntlichkeit besabbert oder zerkaut hat? Tatsächlich fiel 2007 in Deutschland Papiergeld in Höhe von 16,6 Mio. € Wachsmalkreide, Hundebissen, brennenden Adventskalendern und anderen Absurditäten zum Opfer. Im Jahr 2010 waren es sogar 23,0 Mio. €.

Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen – sprich ist der Geldschein erst einmal hin, heißt es kühlen Kopf zu bewahren und retten, was zu retten ist. Sollte nämlich noch mehr als die Hälfte der beschädigten Note vorhanden sein, dann wird sie von der eigenen Hausbank ohne bürokratische Hindernisse ersetzt. Sind weniger als 50 % des Geldscheins vorhanden, muss ein Antrag an die Deutsche Bundesbank gestellt werden, in dem glaubhaft der Umstand der Zerstörung erklärt und versichert wird, dass der fehlende Teil der Banknote(n) vernichtet sei. Eine solche Antragsstellung erfolgte allein im Jahr 2010 über 20.000 Mal. Notwendig ist dieses Vorgehen, damit Möchtegernkriminelle nicht auf dumme Gedanken kommen und glauben, mit zwei Geldscheinhälften doppelt abkassieren zu können.
Mit einer anderen Gattung geldgieriger Lebewesen hatte es im April 2011 eine Filiale der State Bank of India in der Kleinstadt Barabanki zu tun. Nach dem Motto „Kleinvieh macht Mist“ machten sich Termiten über die dortigen Banknoten her und verfutterten bis auf den letzten Krümel Scheine im Wert von knapp 10.000.000,- Rupien aus einem stählernen Tresor.
Jubeln dürfen diejenigen, die im Keller oder auf dem Dachboden zufällig auf vergammelte oder von Mäusen angefressene DM-Bestände stoßen – die werden nämlich anstandslos ersetzt. Laut Deutscher Bundesbank befanden sich 2013 immer noch mehr als dreizehn Milliarden DM in deutschen Haushalten: Versteckt in den Geheimfächern antiker Möbel, hinter Tapeten geklebt, unter Bodendielen verborgen, im Garten vergraben, in Kissen und Vorhängen eingenäht.

Wer dagegen mit Absicht und mutwillig Banknoten zerstört oder beschädigt, geht leer aus. Das Geld gilt als bereits entwertet und daher erhält man nach den Bestimmungen der Deutschen Bundesbank keinen Ersatz. Ein Auge zugedrückt wird dennoch, wenn es sich um reine Schusseligkeit oder Unbedachtheit handelt. Wer also zum Geburtstag laminierte Geldscheine oder zur Hochzeit akkurat gefaltete Origami-Vögelchen erhält, die sicherheitshalber zusammengeklebt worden sind – der kann aufatmen und auf Erstattung hoffen.

Erste Hilfe für lädierte Scheinchen gibt es im Nationalen Analysezentrum der Deutschen Bundesbank. Ganz gleich ob nur noch Aschehäufchen oder unkenntliche Papierklumpen, die Mitarbeiter dort kennen sich mit der Rekonstruktion von zerstörtem Papiergeld bestens aus. Die Geldscheinreste werden in einem High-Tech-Labor chemisch analysiert, mikroskopiert und dann mit Spezialwerkszeugen und viel Fingerspitzengefühl zusammengesetzt. Je nach Zerstörungsgrad kann diese mühevolle Kleinarbeit einige Wochen bis sogar Monate dauern.

Einen relativ hohen Anteil von zerstörtem Geld bilden Banknoten, die mit geplatzten Farbpatronen durch Fehlauslösung aus Werttransporten und versuchten Raubüberfällen auf Geldautomaten beschädigt wurden.

Schließen wir dieses Kapitel mit einer der größten Erfindungen des vergangenen Jahrhunderts ab. Es geht um den Geldautomaten, mit dem jeder zu nahezu jeder Zeit an Bares kommen kann, vorausgesetzt das Konto ist gedeckt. Die erste funktionierende Version eines Geldautomaten stammte von dem Armenier George Luther Simijan und wurde 1939 von der damaligen City Bank of New York in Betrieb genommen. Nach nur sechs Monaten erfolgte das Aus des „Bankographen“, obwohl dieser technisch einwandfrei lief. Grund hierfür: Angeblich bedienten sich an ihm ausschließlich Damen der käuflichen Liebe und Glückspielhassadeure – die Bank fürchtete einen enormen Imageschaden.

Nicht ganz allein auf weiter Flur, dafür aber in verdammt frostiger Umgebung von durchschnittlich 17° C, befindet sich ein Geldautomat in der US-amerikanischen McMurdo-Station. Die liegt in der Antarktis. Um zu gewährleisten, dass die Geldquelle selbst bei diesen eisigen Bedingungen nie versiegt, wurde Geldautomat Nr. 1 als Backup für Notfälle gleich Geldautomat Nr. 2 an die Seite gestellt.

Zum Schein


Der Hong-Kong-Dollar (HKD, HK$) ist seit 1935 die offizielle Währung der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong. Er wird aber auch in Macau und in einigen Teilen der Volksrepublik China, hauptsächlich in der Provinz Guangdog, als Zahlungsmittel akzeptiert.

In der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts fand sich vorwiegend das Porträt von Königin Elizabeth II. auf den Hong-Kong-Scheinen, die aber schon vor der offiziellen Übergabe der ehemaligen Kronkolonie Großbritanniens an China 1997 sukzessive aus dem Umlauf genommen wurden. Heute zieren die meisten Scheine und Münzen Hongkongs die Bauhinien-Blüte der Art Bauhinia blakeana.

Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) verfügt über eine der drei größten Devisenreserven der Welt und stellt sicher, dass Hongkongs gesamte Geldbasis durch US-Dollar-Währungsreserven gedeckt ist.

Das Recht auf Herausgabe der Banknoten hat die HKMA an die Banken Bank of China (Hong Kong), Standard Chartered Bank und HSBC vergeben. Nur wenn der entsprechende Wert in US-Dollar ihrer Einlage entspricht, dürfen diese Banken neue Scheine herausgeben. Den Banken ist die Stückelung von 20, 50, 100, 500 und 1000 HKD, wie auch die Grundfarbe und Abmessung der Noten vorgegeben, doch die genaue Gestaltung ist jeder Bank freigestellt. Daher existieren fast alle Hong-Kong-Geldscheine in drei Varianten. Das Wirrwar wird durch ältere und neuere Versionen noch gesteigert.

Und damit alles noch bunter wird, gibt die Regierung der Sonderverwaltungszone einen weiteren Schein selbst heraus – den violetten 10-HKD-Polymer-Geldschein mit geometrischen Formen und Ornamenten auf Vor- und Rückseite, der seit Juli 2007 im Umlauf ist.


Foto: Hlib Shabashnyi, Thinkstock


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